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Schnelles Arbeiten mit Blender [2] – Shortcuts nutzen lernen

Hallo,

weiter geht’s mit meinem nächsten, zweiten Teil, in dem es darum gehen wird, Blender fast ausschließlich über ShortCuts (Tastenkürzel) bedienen zu können. Hierbei will Ich dir zeigen, welche Tastenkombinationen du geschickt auf vielerlei Anwendungsbereiche anwenden kannst. Die gängigen Tasten zum grabben (Taste [G] zum verschieben), skalieren (Taste [S] zum vergrößern / verkleinern) und rotieren (Taste [R] zum rotieren, drehen) sollten dir mittlerweile geläufig sein, sodass der 3D-Manipulator bei dir in der Regel schonmal nicht zum Einsatz kommen wird, oder?! Ebenso kennst du sicher die Tasten [X], [Y] und [Z] für die Richtungsangaben im 3D-Koordinatenraum, welche du während einer Transformation (Rotieren, Skalieren, Verschieben) verwenden kannst. Falls du damit noch Probleme hast, hier eine Anleitung dazu:

Objekte transformieren

Starte ein neues Blender Projekt, lass den Würfel aber stehen. Vergrößere den Würfel, mit Ausnahme der Z-Achse, sodass er lediglich breiter und länger, jedoch nicht höher wird. Die Tastenkombination hierfür ist einfach (der Würfel muss ausgewählt sein): [S][Shift]+[Z] und die Maus bewegen, zum skalieren. Das bedeutet, dass jede Achse außer der, die nach [Shift] gedrückt wurde (also [Z]), skaliert wird. PS: Wenn Ich eine Tastenkombination (in den eckigen Klammern) darstelle, bedeutet ein Plus dazwischen, dass die Taste vor, und die Taste nach dem “+” zusammen gedrückt sein müssen (Wie hier eben Shift und Z). Ist dort kein “+”, können die Tasten nacheinander gedrückt werden. Möchtest du nur eine Richtung transformieren, reicht es, einfach die Transformationstaste ([S], [G] oder [R]) und danach die Richtungstaste ([X], [Y] oder [Z]) zu drücken.

Noch drei wichtige Optionen zur Transformation:
Du hast zudem noch die Möglichkeit, die Stärke der Transformation zu beeinflussen. Genauer gesagt gibt es dero drei. Die Taste muss dabei gedrückt sein, solange die Maus bewegt wird. Wird die Taste (zu denen wir gleich kommen) losgelassen, wird die Maus wieder normal bewegt. Drückst du, während du die Maus gedrückt hältst um die Stärke zu bestimmen (also Position beim Verschieben, Radius / Grad beim Rotieren oder Größe beim Skalieren) die Taste [Strg], hast du den sog. “Clipping”-Effekt. Das bedeutet, dass die Transformation anstatt um Pixel um Blendereinheiten vollzogen wird.
Einer weitere Möglichkeit bietet die Taste [Shift], mit der die Maus beim bewegen langsamer ist, sodass sich Objekte oder Vertices bei der Transformation um ein vielfaches exakter Positionieren lassen.
Und zu guter letzt besteht noch die Möglichkeit, auf Mausbewegungen gänzlich zu verzichten, indem einfach ein Zahlenwert eingetragen wird (zum Beispiel [S][X][2.5] um den Würfel in X-Richtung um 2,5 Blendereinheiten zu skalieren).

Zum Abschluss dieser kurzen Einleitung, versuche an dem Würfel (im Object Mode oder im Edit Mode mit einem Face/Vertice/Edge) folgende Tastenkombinationen.

  • [R][x][90]
  • [S][Shift]+[Y][0.25]
  • [G][Shift]+[Z]
  • [S][Z][3]

So nun aber genug damit. Ich schlage vor, wir wechseln mit unserem Würfel nun in den Edit-Mode. Wie immer sind alle Vertices ausgewählt. Ändern wir das und drücken [A]. Extrudieren kannst/kennst du sicher auch schon, das erledigst du mit der Taste [E]. Nochmal kurz erklärt: Wenn du extrudierst (bei einer Fläche macht ein Extrudieren am meisten Sinn) erstellst du dieselben Vertices / Edges / Faces wie die, die du extrudierst. Meist wird der Vorgang mit [Esc] abgebrochen, damit die extrudierte Fläche (oder Ecke oder Kante) an derselben Position ist wie die zu extrudierende. Dann kannst du Du den neuen Bereich erweitern, das heißt Verschieben, Vergrößern, Verkleinern oder Rotieren (ein skalieren oder rotieren ist meist erst nach einem Verschieben sinnvoll). Sieh dir folgendes Bild an:


Originalgröße

Welche Schritte waren wohl nötig, um das zustande zu bringen? In einfachen Worten: Oberste Fläche auswählen, extrudieren ([E]), abbrechen ([Esc]), skalieren ([S][0.5]), extrudieren, abbrechen, grabben ([G][Z]).
Dafür müsste man also die Maus nicht einmal bewegen, es reicht, mit der Maus die obere Fläche auszuwählen, und dann folgende Tasten zu drücken: [E][Esc][S][0.5][Enter][E][Esc][G][Z][2][Enter]. Du siehst, mit Tastenkombinationen lässt sich auf jedenfall gleich viel schneller arbeiten. Versuche es selbst an einigen Objekten.

Praktisch sind auch einige Menüpunkte, die du im Edit-Mode links in der Leiste der Mesh-Tools findest. Noch praktischer ist, dass viele dieser Funktionen auch über Tastenkürzel erreichbar sind. So musst du beispielsweise nicht extra links in der Leiste scrollen, um die Subdivide (oder Subdivide Smooth) zu suchen, sondern kannst Sie bequem nutzen, indem du (im Edit-Mode) einfach Taste [W] drückst. Dort findest du gleichzeitig viele andere Funktionen. Darunter auch Select Inverse (auch über [Strg]+[I] erreichbar), damit kannst du die Auswahl der ausgewählten Vertices umkehren, das heißt ausgewählte Vertices werden deselektiert, während die, die nicht ausgewählt waren, selektiert werden.

Suchst du eine bestimmte Funktion, kennst aber dessen Namen nicht? Dann rufe die Suche auf, indem du die Leertaste drückst, und gib einen Suchausdruck ein. In Autodesk Maya ist das ein wenig eleganter gelöst.
Mit [F3] siehst du die letzten Aktionen, die am Objekt vorgenommen wurden. Mit [F12] wird eine Szene gerendert.
Ob und welche Tastenkombination es für Funktionen gibt siehst du, wenn du die Maus einige Sekunden über den Button hältst, dann klappt ein Tooltip Infofeld auf. Dort siehst du immer den Namen, eine Beschreibung die erklärt, wofür die Funktion gut ist, den dazugehörigen Shortcut und den Befehl für das Phyton Skripting.

Auch ist Interessant ist, wenn Du einen Rechtsklick auf einen Button ausführst. Du hast die Möglichkeit, den Shortcut zu ändern und den Button vom jeweiligen Panel zu entfernen. Zudem kannst Du dir die Phyton Referenz ansehen, oder eine andere Beschreibung dafür vergeben.

Jetzt bin Ich doch ein wenig vom Thema abgeschweift ;-) Jedenfalls gibts es etliche Tastenkombinationen. Die ganze Liste findest du in den User Preferences ([Strg]+[Alt]+[U]) unter dem Punkte “Input”.

Die ganzen vielen Tastenkombinationen eignest du dir am schnellsten an, indem du einfach übst, sie sooft es geht zu verwenden. Du wirst sehen, damit wird es sich mit der Zeit viel schneller arbeiten lassen, viele langatmige Suchaktionen bleiben dir damit erspart. Nutze auch das Suchfeld und merke dir die Namen der Funktionen (und natürlich immer die dazugehörigen Tastenkombis). Bevor sich dieser Artikel nun dem Ende zuwendet, hier noch einige wichtige, sinnvolle oder wenigstens interessante Tastenkombinationen:

Tastenkombination Anwendungsbereich Funktion
Alt + B Generell Nur selektierter Bereich sichtbar
B Generell Vertices / Objekte selektieren
C Generell Objekte mit Pinsel auswählen
X Generell Objekt(e) löschen
W Generell Menü mit gebräuchlichsten Funktionen aufrufen
T Generell Tool-Shelf / Mesh-Tools ein-/ausblenden
N Generell Transform Menü
Shift + D Generell Objekt(-Teile) kopieren
E Edit-Mode Extrudieren
Linksklick / Enter Generell Aktion bestätigen
Rechtsklick / Esc Generell Aktion abbrechen
STRG + Alt + U Generell User Preferences öffnen
STRG + U Generell Benutzereinstellungen speichern
A Generell Alle sichtbaren Objekte de-/selektieren
Z Generell Wechsel zwischen Shading-Ansicht (Solid und Wireframe)
Alt + Z Generell Wechsel zwischen Shading-Ansicht (Solid und Textured)
Shift + Mausrad Generell Rauf / Runter scrollen
Strg + Mausrad Generell Links / Rechts scrollen
Shift + Mausrad gedrückt Generell World bewegen
Strg + Mausrad gedrückt Generell Zoom
Alt + C Generell Convert To
Strg + T Object Mode Constraint

Noch ein praktischer Shortcut ist [Strg]+[Tab], damit bestimmst du den Mesh Select Mode, also das was du unten normalerweise per Maus einstellst, um auszuwählen ob du Vertices, Edges oder Faces bearbeiten willst.

Achja, eines noch zum Schluss: Wenn du während du ein Objekt ausgewählt hast [Shift]+[D] drückst, kopierst du ein Objekt. Das neue Objekt ist eine Kopie des Objekts, doch vom Ausgangsobjekt vollkommen unabhängig.
Drückst du [Alt]+[D], erreichst du beinahe denselben Effekt. Das neue Objekt ist auch hier wieder eine Kopie, besitzt jedoch in etwa die Funktion eines Array-Objekts. Das kopierte Objekt ist abhängig vom Eltern-Objekt (also das Ausgangsobjekt). Von den mit [Alt]+[D] kopierten Objekten kann immer nur das Objekt, das im Object-Mode ausgewählt wurde, im Edit-Mode bearbeitet werden. Die Änderungen werden auf alle anderen übertragen :-)

Im nächsten, letzten Teil der “Schnelles Arbeiten mit Blender”-Reihe will Ich dir noch einige Kleinigkeiten zur Bedienung und Funktionsweise zeigen.

Bis dahin viel Spaß mit Blender
Marius

Schnelles arbeiten mit Blender [1] – Oberfläche und Benutzereinstellungen

Hi,

erstmal vorweg: Ich nutze derzeit Blender 2.59.0. Ich arbeite nicht mit Blender Versionen unter 2.5.
In diesem Artikel soll es, wie schon vor kurzem angekündigt um das schnelle navigieren gehen. Die Basics solltest du mittlerweile intus haben, die gängigen Tastenkürzel sollten dir ein Begriff sein. Wir können uns nun fortschrittlicheren Gebieten widmen, doch zuvor will Ich dir noch zeigen, wie du optimal durch die Oberfläche navigierst, einige Punkte aus den User Preferences werden angesprochen, und wie du deine Arbeitsfläche einteilst, erfährst du hier auch. Legen wir also los..

Blender – Die Oberfläche einteilen

Bevor du ein Projekt anfängst, wirst du sicher schon wissen, was es werden soll, oder zumindest so ungefähr. Die Defaulteinstellung der Oberfläche ist im Grunde nicht schlecht. Du siehst oben die breite Menüleiste, links das ToolShelf, unten die Timeline, und auf der rechten Seite oben den Outliner und darunter das Properties Fenster. In der Mitte wie gewohnt das 3DView. Die Frage ist nun, was brauchst du davon alles. Ich denke, die Timeline kann man, wenn man nicht gerade mit Animationen herumexperimentiert, nicht, daher blenden wir diese mal aus. Dafür klickst du einfach im 3DView-Fenster unten rechts auf die schraffierte Ecke und ziehst sie nach unten (bevor du die Maus loslässt siehst du in der Timeline einen Pfeil der nach unten zeigt).


Originalgröße

Das ToolShelf (links) kannst du lassen, und es bei (Platz)bedarf immer noch ausblenden, indem du [T] drückst.
Ansonsten würde Ich es so lassen. Falls du dein Objekt öfter drehen musst um Korrekturen und Änderungen exakter vorzunehmen und anzupassen, empfiehlt es sich immer, dafür einfach 2 hälften des 3DView abzuspalten um mehrere Ansichten zu erhalten. Beispiel:

Normales 3DView:

Originalgröße

Du splittest die Ansicht einmal (oben rechts in der schraffierten Ecke des 3DView) und schaltest im neuen Fenster über [T] das Toolshelf weg(im Bild ist nicht zu sehen, dass im großen 3DView das ToolShelf noch sichtbar ist):

Originalgröße

Dann splittest du das neue Fenster nochmal, um eine weitere Ansicht zu erhalten:

Originalgröße

Und nun stellst du für jedes der nun insgesamt drei Fenster eine Ansicht ein (der Fokus muss dann jeweils im Fenster liegen, also die Maus sich darin befinden). Hier habe Ich im größten Fenster die normale Ansicht, rechts oben die Top Ansicht (also von Oben) und rechts unten die Ansicht von Rechts. So lassen sich beispielsweise umliegende Objekte, Lampen oder die Kamera besser und schnelle positionieren, da man gleich sieht, wo genau das Objekt wirklich liegt.

So könnte es nun bei dir aussehen:

Originalgröße

Merke dir auch: Jedes abgesplittete Fenster ist eine originalgetreue Kopie des vorhandenen Fensters und sieht genauso aus. Wenn du in einem Fenster eine Änderung machst, wird das in allen anderen Fenstern gleich angezeigt. Es sind schließlich nicht verschiedene Arbeitsbereiche sondern nur verschiedene Ansichten

Einige Einstellungen in den User Preferences, die du kennen solltest

Die User Preferences (Benutzereinstellungen) sind sozusagen das Herz der Blender Oberfläche. Dort wird alles eingestellt. Einige Bereiche, die du einfach mal gesehen haben solltest, will Ich dir nun zeigen. Dafür öffne also das User-Preferences-Fenster, indem du im Menü auf File->User Preferences… klickst oder alternativ die Tastenkombi [STRG]+[Alt]+[U] drückst.

Hinweis: Wenn in den Menüpunkten hinter dem Namen (so wie hier “User Preferences…” drei Punkte stehen, bedeutet das immer, dass hier ein extra Fenster geöffnet wird, wenn man draufklickt

Sehen wir uns zuerst den Bereich “Input” an. Hier gibt es einige Interessante Einstellungen, die die Bedienung von Blender betreffen. Zum Beispiel lassen sich dort (wo die vielen Pfeile sind) alle Shortcuts selbst festlegen. Wer nebenher oder hauptsächlich mit Autodesk Maya zugange ist, kann sich unter “Presets” die Bedienung automatisch einstellen.
Ist der Haken bei “Continious Grab” gesetzt, bietet das den “Maus unendlich bewegen”-Effekt, das bedeutet, dass die Maus, wenn sie am Bildschirmrand ist, nicht stehenbleibt, sondern von der anderen Seite erscheint und mann zum Beispiel ein Objekt so unendlich skalieren könnte, ohne die Maus zwischendrin loszulassen. Eine, wie Ich finde, praktische Funktion, die Ich in der neuen Version schon vermisst hatte. Nun gut, muss man sich jetzt eben selbst einstellen, Standardmäßig ist der Haken hier nicht gesetzt.
Desweiteren kannst du festlegen, mit welcher Maustaste Objekte ausgewählt werden sollen (Select with).

Unter “Themes” kannst du nun die die komplette Oberfläche optisch umgestalten wie es dir gefällt. Wer länger mit Blender 2.4x gearbeitet hat, kann sich die Farben für das 3DView einstellen (Ausgewähle, nicht ausgewählte, Parents etc. haben nun weitgehend andere Farben als früher).

Unter dem Punkt “Interface” kann man den 3D-Manipulator abstellen oder einstellen, ob der Splash Screen beim Start von Blender angezeigt werden soll.

Vieles ist möglich, das beste wird sein, einfach selbst herumzuprobieren. Über File->Load Factory Settings lassen sich alle vorgenommenen Änderungen und Einstellungen zurücksetzen, Blender befindet sich danach wieder im Ursprungszustand mit allen Standardeinstellungen wie beim ersten Start. Kaputtmachen kannst du nichts ;-)

So, der Wichtigste Teil um den es hier geht, ist das schnelle und komfortable Arbeiten mit Blender.

Schnelles Arbeiten mit Blender – Teil #1

Schön wenn man Blender einmal verstanden hat und schon tolle Dinge damit anstellen kann. Andererseits .. wenn man langwierige, sich öfter wiederholende Aufgaben und Abläufe jedes mal neu machen muss, wird das irgendwann viel. Da ist es praktisch (und da wirst du mir noch zustimmen) wenn man das Ganze über Tastenkürzel schnell über die Bühne bringt.
Dabei sind es manchmal einzelne Tasten, zwei, drei oder sogar noch mehr. Wenn man es einige male Übt, hat man das recht schnell drin. Um etwas zu lassen worauf Du dich noch freuen kannst, wird das in meinem nächsten Artikel behandelt werden.

bis dahin..
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